Szintigrafie

Was bedeutet Szintigraphie?

Die Szintigraphie (lat. scintilla=Funken, griech. graphin= schreiben, zeichnen) ist eine nichtinvasive diagnostische Methode, um entzündliche Prozeße im muskulo-skelettalen System bildlich darzustellen, die vielfach Ursache für nicht erklärbare Lahmheiten sind.

   

Wie läuft die Untersuchung ab?

Dem Pferd wird ein radioaktives Medikament (Tc99 m), das an eine Trägersubstanz (Oxidronsäure, HDP) gekoppelt ist,

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intravenös verabreicht. Dieser Komplex lagert sich an freie Bindungsstellen im Knochen an, die v.a. bei einer erhöhten Aktivität der knochenaufbauenden Zellen (Osteoblasten) zur Verfügung stehen.

Dies ist z.B. der Fall bei knöchernen Ausrißen von Sehnen und Bändern, sogenannten Insertionsdesmopathien oder feinen Haarrissen im Knochen (Fissuren).

 

Die meisten dieser Bindungsstellen sind 2-3 Stunden nach der Injektion des Radiopharmakons besetzt. Nun beginnt die eigentliche Messung.
Eine Vollnarkose ist heutzutage hierfür nicht mehr nötig, die Patienten werden lediglich leicht sediert. Die Gammakamera mißt mithilfe eines Detektors die vom Knochen emittierte Strahlung (y-Quanten). Diese wird durch ein dahinter geschaltetes Computer-system in ein Bild umgewandelt. Dieses spiegelt dann Durchblutungs-verhältnisse und Entzündungszustand des muskuloskelettalen Systems wider. Abhängig vom Unter-suchungsaufwand werden mehrere Bilder in unterschiedlichen Ebenen erstellt. Dies kann zwischen 30 min und 2 Stunden dauern. Danach haben die Patienten aus strahlenschutz-technischen Gründen 48 Stunden in der Szintigraphiestation zu verweilen.

  

Wie lautet die Indikation für eine Szintigraphie?

Es gibt drei "klassische Gründe" für eine Szintigraphie:

  1. Bei Lahmheiten unbekannter Ursache, die sich mithilfe von Leitungsanästhesien entweder nicht näher eingrenzen lassen oder von weiter oberhalb vermutet werden, wie z.B. bei Rittigkeitsproblemen aus dem Bereich des Achsenskelettes (Halswirbel-säule, Rücken, Ileosakralgelenk).

  2. Bei Patienten, die sich nicht anästhesieren lassen, z.B. aufgrund von Widersetzlich-keiten, v.a. an den Hintergliedmaßen.

  3. In Fällen, bei denen Leitungsanästhesien kontraindiziert sind, wie etwa bei hoch-gradigen Lahmheiten infolge von Fissuren oder Frakturen.

  

Wie verläßlich ist die Aussagekraft der Ergebnisse?

Dort, wo der Knochenstoffwechsel erhöht ist, wird sich in hohem Maße das Radio-pharmakon anlagern und eine verstärkte Strahlung abgeben. Dies wird sich bildlich durch eine intensivere Färbung (sogenannte "hot spots") darstellen. Die szintigraphische Unter-suchung ist jedoch keine "Frage-Antwort-Maschine". Die Ergebnisse sind immer eng mit der klinischen Untersuchung abzustimmen, um falsch-positive Befunde zu vermeiden.

 

Muß der Patient in irgendeiner Weise auf die Untersuchung vorbereitet werden?

Es wäre gut, wenn das Pferd zwei bis drei Tage vor der Untersuchung belastet werden würde, sofern der Lahmheitsgrad dies zuläßt, um eine gleichmäßige Durchblutung der zu untersuchenden Region sicher zu stellen. Ebenso ist das beidseitige Bandagieren der Gliedmaßen dafür hilfreich.